PCS-Servokontrolle

Die  Servoausgangskontrolle PCS
In anderen Veröffentlichungen auch DSP (Digital Signal Processing) genannt

Das ACT PCS-System ist weitaus mehr als DSP. Durch PCS werden die Servoausgänge ständig überwacht und auf Plausibilität geprüft, d.h. es gibt keine ungewollten Servoausschläge z.B. am  Rande der Reichweite. Damit kann dann für den Fall einer tatsächlichen Funkstörung gewählt werden, ob die Servos in der zuletzt als plausibel empfangenen  Stellung stehen bleiben (Hold) oder in eine wählbare Stellung laufen, Fail Safe, z.B. Motor aus usw. Diese Positionen bleiben natürlich nur solange erhalten, bis die Störung wieder beseitigt ist. PCS schaltet dabei sehr schnell, schneller als PCM-Systeme, von Störung auf Normalbetrieb zurück. PCS erlaubt den Servos eine gewisse Unruhe bevor auf Störung erkannt wird, dadurch wird das Modell „träger“ im Steuergefühl, eine eventuelle Störung kündigt sich dem Piloten vorher an und führt nicht schlagartig zu Aussetzern.

Beim ACT-PCS-Systemen wird keine Synchronisierung mit dem Sender vorgenommen, die Übertragung ist dadurch schneller als bei PCM. Es werden nur die ankommenden Signale so bewertet, wie diese ankommen. Moderne Verfahren lassen das bei PPM mit höchster Präzision ohne Geschwindigkeitsverlust zu. Dadurch müssen nach einer Störung auch nicht mehrfach ungestörte Signal ankommen bevor der Empfänger wieder in Betrieb geht, er schaltet sofort nach Beendung der Störung wieder auf Betrieb. Beim Reichweitentest wird fast an der selben Stelle wieder eingeschaltet, an der auch abgeschaltet wurde.

Bevor auf Störung erkannt wird, haben die Servos eine gewisse Unruhe, dadurch wird das Modell „träger“ im Steuergefühl, eine eventuelle Störung kündigt sich dem Piloten als Warnung vor aufkommenden Problemen vorher an und führt nicht schlagartig zu Aussetzern. Das nennen wir gleitende Fail Safe-Funktion. So besteht immer rechtzeitig die Möglichkeit, die Flug-Richtung noch zu ändern und dadurch wieder besseren Empfang zu bekommen.

Das ACT-PCS-System-Ergebniss für den Empfang in der Praxis ist eminent wichtig, es hat einen sehr großen Anteil am qualitativen Gesamtergebnis aller Empfänger mit PCS (alle ACT-DSL-Empfänger).

Warum wurde PCS entwickelt?

Seit es RC-Empfänger gibt, haben Entwickler immer versucht, den Empfänger in einen definierten Zustand zu bringen, wenn eine Störung anliegt. Das war erstmals in den 70er Jahren möglich mit Einführung der PCM-Übertragung von Fernsteuersignalen. Als dann auch 1985 modernere Prozessoren zur Verfügung standen, hat sich PCM als Standard bei teueren Fernsteuerungen durchgesetzt. Neben anderen Features war es damit möglich, bei Störungen oder Problemen den Servos an den Empfängern das „lästige“ Servozucken abzugewöhnen und diese für den Störungsfall entweder in eine bestimmte Position zu bringen (Fail Safe), oder das zuletzt als gültig erkannte Signal als Servoposition so lange zu halten (Hold), bis wieder ein ungestörtes Signal anliegt. 

Damit konnte man sagen, dass die Übertragung ein Stück weit sicherer gegenüber den damals üblichen PPM-Empfängern wurde, denn im Störungsfall liefen die Servos nicht mehr ruckweise durcheinander, sondern waren völlig ruhig und ließen sich mit Fail Safe auf vordefinierte Positionen fahren.

Seither spalten sich die Anwender aber auch in zwei Lager:

 Die einen sagen: Nie mehr ohne PCM fliegen, ich kann mir keine Zucker bei meinen Modellen erlauben.

Die anderen sagen: PCM ist mir zu gefährlich, denn eventuell vorhandene Probleme werden überdeckt und nicht erkannt, bis dann ohne jegliche Vorwarnung der Empfänger in Fail Safe geht.

Ketzer sagten, im Störungsfall stürzen beide ab, nur der PCM-Empfänger weiß, dass er eine Störung hat. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Absturz mit PCM teurer ist, denn die PCM-Empfänger waren immer teurer als PPM-Empfänger.

Beide Positionen sind durchaus nachzuvollziehen, und so musste eben jeder Anwender für sich entscheiden, welches der Argumente für ihn gewichtiger war. Natürlich wurden die „Glaubenskriege“ auch vom Marketing der jeweiligen Firmen etwas unterstützt, und da niemand so genau wusste, wie denn nun PCM tatsächlich funktioniert, kam dann auch noch einiges an Mystik hinzu.

Bei PPM gibt es seit in paar Jahren Fail Safe oder Hold genauso wie bei PCM. Dabei wird vom Sender weiter das normale PPM-Sendersignal gesendet, die Erkennung von Störungen wird nur im Empfänger vorgenommen. Moderne leistungsfähige Prozessoren und intelligente Software ermöglichen dabei ein Ergebnis, welches sich beim ACT-Verfahren von PCM vom normalen Anwender nicht mehr unterscheiden lässt.

Das ACT-PCS-System bewertet im Empfänger einfach das aus dem HF-Teil des Empfängers ankommende Signal so wie es ist, bevor es zur Servoausgabe gelangt, ohne die zusätzlichen Informationen, die in einem PCM Signal enthalten sind. Dazu werden die Signale erst in einen Prozessor eingelesen, dort bewertet und nur korrekte und auch logische Signale an die Servos weitergegeben. Das benötigt zwar wie bei PCM eine kleine Zeitspanne (deutliche kleiner als bei PCM), aber nur im Fall einer Störung, denn nur dann wird die benötigte Rechenzeit größer, die Servos werden u.U. verzögert angesteuert. ACT PPM-Empfänger mit PCS sind daher genau so ruhig wie PCM-Empfänger, (geringe) Zeitverluste in der Übertragung der Knüppelsignale entstehen erst, wenn auf dem Übertragungsweg Störungen vorhanden sind.  Bei PCM sind die „Zeitverluste“ immer vorhanden, auch bei ungestörtem Betrieb.

Einen deutlichen Vorteil (für die Kunden) hatten und haben PPM-Empfänger schon immer: Die Kompatibilität. Auf Grund der ursprünglichen Postbestimmungen ist eine einheitliche Technik gegeben, jeder Empfänger jedes Herstellers kann mit anderen Hersteller-Sendern kombiniert werden.

TSR
Diese “Funktion” wird oft sehr nach vorne gestellt. Es wird dabei von einigen Herstellern behauptet, damit wäre man sicher vor Gleichkanal-Störungen, weil der Empfänger das Sendersignal des eigenen Senders einlesen und erkennen kann (Transmitter Signal Recognition). Das kann man machen, bringt uns nur nicht weiter. Es gibt dabei auch seriöse Hersteller wie Schulze, die (zwar klein gedruckt), dazu erklären: .... nützt, solange das eigene Sendersignal stärker ist als das Störsignal.

Das Gleiche gilt für jeden PPM-Empfänger auch ohne TSR, wo ist da der Nutzen (außer im Werbeeffekt)?

Seriös hilft gegen Gleichkanal-Störungen nur 2-Frequenzbetrieb mit Diversity